Einige der Forderungen sind erfüllt worden und durch eine punktuelle Förderung des Landes und der Stadt Wuppertal ist mehr Geld in das gesamte System der Kindertagesstätten geflossen. Die Landesregierung hat – sicherlich auch mit angestoßen durch den öffentlichen Druck der kitastrophal®-Kampagne – ein sogenanntes Rettungspaket im KiBiz (§ 21f) für zwei Jahre hinterlegt.

Diese Maßnahmen beinhalten

1) Eine vorübergehende Erhöhung der Landeszuschüsse von ca. 5 % der Betriebskosten pro Jahr. Das bedeutet für die Diakonie Wuppertal einen durchschnittlichen Zuschuss von rund 17.500 € / Jahr für jede selbst betriebene Kita.

2) Die Stadt Wuppertal hat als direkte Reaktion auf die Kampagne – nach Prüfung durch die kommunalen Wirtschaftsprüfer – einen Sonderzuschuss von 90.000 € für das erste Jahr (2017/18) und 440.000 € für das zweite Jahr (2018/2019) gewährt.

Mit der Kampagne gegen die finanziellen Missstände in Kitas ist kitastrophal® so etwas wie die Speerspitze einer Bewegung. Sie hat mit einer klaren Argumentation offene Türen eingerannt, in dem sie die Probleme vieler in diesem Bereich tätigen Personen, sowie der betroffenen Eltern beim Namen benannt und nachvollziehbar gemacht hat. Die Argumentation wurde faktisch und damit für alle transparent und überprüfbar dargestellt. Das hat die große Glaubwürdigkeit der Kampagne gestützt.

Wir haben bewusst keine pauschalen Forderungen gestellt, sondern sachlich Zahlen und Beispiele genannt, um Betroffene und Entscheider zu informieren. Die dargestellten Fakten haben im Laufe der Kampagne zahlreichen kritischen Überprüfungen standgehalten und sind in ihrer Gänze bis heute unwidersprochen.

Reichen die Förderungen aus?

Das Rettungspaket ist befristet bis Juli 2019. Die Fortführung des Rettungsprogrammes, zunächst um ein weiteres Jahr, wird zurzeit von der Landesregierung vorbereitet. Die weitere Ausgestaltung ist offen. Die gewährten Förderungen reichen voraussichtlich aus, um den Betrieb der Kitas im Rahmen der Mindestqualitätsanforderungen aufrecht zu erhalten und weitere Schließungen bei Einrichtungen der Diakonie Wuppertal zunächst zu stoppen. Dies ist möglich, weil die Kirche als Auftraggeber ihren Beitrag zur Finanzierung deutlich über den gesetzlichen Trägeranteil hinaus leistet.

Ist der hohe Qualitätsstandard der evangelischen Kindertagesstätten jetzt ebenfalls gesichert?

Qualität lässt sich bei uns klar definieren: In erster Linie ist das ein ausreichender Personalschlüssel, um ein verlässliches Betreuungsangebot zu bieten – auch im Bereich der bei Eltern besonders begehrten 45 Stunden Plätze. Hinzu kommt ein pädagogisches und kulturelles Programm, das über die Grundversorgung hinaus geht. Schon aus der Historie heraus betrachtet ist das eine Verpflichtung für kirchliche Kitas. Die Frage, ob dieser Standard unter den aktuellen Bedingungen auf Dauer gewährleistet werden kann, ist nach den zeitlich begrenzten Förderungen durch Stadt und Land immer noch klar mit nein zu beantworten.

Mit der Kampagne ist ein wichtiger Schritt zum Erhalt der Kitaplätze gemacht worden – dies kann aber nur ein Zwischenschritt zu einem umfassenden, gesetzlich geregelten Gesamtkonzept sein, an dessen Ende eine grundsätzliche Neugestaltung des KiBiz stehen muss. Die Politik nimmt sich jetzt die Zeit um die gesetzlichen Regelungen nachhaltig anzupassen. Für diesen Zeitraum scheint der Bestand zunächst gesichert.